2017-06-11

WEEKLY LAGRANDE

So. Es gab dieses Weekly schon einmal und dann ist es eingeschlafen und jetzt ist's wieder da. Ab sofort werde ich hier wieder Links, die ich gerne las oder die mich aufgeregt haben, verbreiten, emotional verarbeiten, was mich diese Woche beschäftigt hat und Dinge empfehlen, die mir aufgefallen sind.

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Fränzi Kühne ist eine spannende und tolle Frau, deren Karriere ich schon länger verfolge. Nun hat sie der Zeit ein Interview gegeben und was passiert? Eine Aufsichtsrätin und Top-Karrierefrau wird als erstes darauf angesprochen, dass sie ja nicht so aussieht, wie man als Aufsichtsrätin auszusehen habe und im Laufe des Interviews danach gefragt, wie sie Kind und Karriere unter den Hut bekommt (finde ich noch interessant, wäre ein Mann aber nicht gefragt worden) und ob ihr dann nicht etwas fehle (finde ich überflüssig). Da ich nach Kasimirs Geburt auch sehr schnell wieder am Schreibtisch saß und jetzt auch wieder Termine außerhalb Hannovers mache, empfinde ich Fränzi als tolles Vorbild. Sie erzählt super spannende Dinge und das Outfit-Gelaber am Anfang war wirklich sehr überflüssig - genau, wie darauf angesprochen zu werden, dass sie offensichtlich von der Frauenquote profitiert hat. Ja, warum denn nicht? Offenbar hat man ihr die Stelle trotzdem nicht geschenkt. Zumal sie selbst antwortet mit "Diese Frage!".

Apropos wieder arbeiten. Ich habe mit der tollen Sandra von wortkonfetti gesprochen und ihr erzählt, wie das denn so bei uns läuft mit Baby und Arbeit und Vereinbarkeit. Zumindest momentan. Denn, wie auch im Interview erwähnt, spannend wird es nochmal, wenn die Elternzeit vom Mann vorbei ist und ich dann tagsüber alles alleine wuppen muss. Aber ich freue mich auch auf die Herausforderung.

Wer arbeitet, muss auch Urlaub machen. Ich war zwei Wochen weg. Mit Camper und Mann und Baby in Südfrankreich. Das war schön und überhaupt sollte ich noch viel mehr mit Kind verreisen als ich es nicht eh schon tue.
Ich las im Urlaub sehr, sehr viel, weil ich sehr, sehr viel Zeit dafür hatte. Ich liebe ja Kurzgeschichten, weil man diese so schön snackmäßig verarbeiten kann. Also las ich Nadja Schlüters "Einer hätte gereicht", "Ministerium für öffentliche Erregung" von Amanda Lee Koe und "Elefanten treffen" von Kristina Schilke. Alle drei besonders lesenswert.

In meinem Viertel in Hannover gibt es in besonders tolle Buchhandlung, in die ich immer sehr gerne gehe. Die Auswahl der Bücher ist perfekt für mich und wenn es mal eines, das ich haben will, nicht gibt, dann ist es am nächsten Tag um halb elf abholbereit. Florian Zinnecker schreibt über die Buchhandlung in seinem Heimatort und warum er dort eigentlich gar nicht gerne hinging und dann aber doch immer wieder und wie sie jetzt von einem Dekaden abgelöst wurde. Eine traurig-schöne Geschichte über das Buchladen-Sterben.

Der Mann macht ja gerade Elternzeit und die meiste Zeit dieser Elternzeit besteht tatsächlich aus Alltag. Auch viel Care-Arbeit, die er alleine erledigen muss, weil ich unterwegs bin und auftrete. Das ist gut, das sollte eigentlich auch selbstverständlich sein, ist es aber lange noch nicht, wie Philipp Menn bei Edition F beschreibt. Der Mann selbst hat das auch schon beobachtet und wird tatsächlich immer noch lobend und anerkennend angeschaut, wenn er mit dem Baby alleine unterwegs ist. Vermutlich wird er in wenigen Wochen auch der einzige Mann beim Babyschwimmen sein, aber wenn wir wollen, dass das Kind nicht ertrinkt und das sollte ja das Ziel sein, dann muss das auch er machen, denn ich bin zu klein für den Spaß.

Paula Irmschler nimmt sich das lyrische Ich vor, das immer als Grund für misogyne Sprache in männlich geprägter Popmusik herhalten muss. I like! Oder wie Sookee in dieser sehr sehenswerten Doku, die auch zum Thema passt, sagt: "Wenn man auf der Bühne 30.000 Mal Hurensohn sagt, hat das einen Impact."

Es gibt neue Folgen der "Paare"-Serie bei Arte. Ich fand die erste Staffel schon sehr schön und gut gemacht. Kleine Videos, die man schnell wegsnacken kann und die Paare auf der Couch bei der*dem Beziehungstherapeut*in zeigen.

Und, zum Schluss, darüber habe ich sehr gelacht:

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